MagniMobil: Ein Sommer in Bordesholm
Installation und Performance mit Katrin Sabath-Härlin
Klosterkirche Bordesholm 2016
Als Stipendiaten der Nordkirche haben wir vier Wochen mit Künstler_innen und interessierten Laien am und um das Magnificat gearbeitet. Dabei wurde gefragt, welche ästhetischen Ansätze wir entwickeln können, die nicht rein religiös-illustrativ sind sondern unsere Fragen, unseren Glauben oder Zweifel offen ausdrücken. Aus der Werkstatt-Atelier-Situation entwickelte sich eine zusammenhängende Arbeit, die in der Klosterkirche gemeinsam aufgebaut und gezeigt wurde. Die etwa 75–minütige Inszenierung basiert auf der Szene eines den Altar verdeckenden, schwebenden Zeltes, das sich vor einer Wasserfläche befindet.
Ein Stummfilm mit Orgelbegleitung, ein mit Oud und Schlagwerk begleitetes syrisches Marienlied, gesprochenen Ordnung und Kakophonie, der Abend endet in Stille.
Der Austausch zwischen den Beteiligten geriet dabei immer wieder auch an die Grenzen seiner Möglichkeiten, etwa wenn Vorstellungen sehr weit auseinanderlagen oder Herangehensweisen unterschiedlich verstanden wurden. Im Fokus standen hier der soziale und künstlerische Prozess und die Bereitschaft, vier Wochen gemeinsam einen ungewissen, selbstbestimmten Weg in Auseinandersetzung mit den anderen Teilnehmenden zu gehen.
Endless Polka
Installation zur Blauen Nacht Nürnberg 2014
In einer leeren Tiefgarage bewegen sich auf über 1200m2 Schatten zu aktuellen politischenAnlässen, tauchen auf, ziehen den Betrachter in ihren Bann und verschwinden wieder. Ein Teil der Installation erzählt von Syrien: Von Brutalität und Leid des Bürgerkrieges, der Zerstörung der historischen Stätten, dem Elend der Flüchtlinge. Andere Schatten führen in die Ukraine und reflektieren in einem weiteren Teil Produktion und Vertrieb von Waffen in und aus Deutschland. Gegen das Elend werden Schnitte aus Sozialutopien, etwa von Thomas Morus oder Bartolomeo del Bene gesetzt – in einem angrenzenden Raum scheinen die sieben Werke der Barmherzigkeit auf. Alle Schatten beruhen auf Fotografien, die zwischen November 2013 und Mai 2014 tagesaktuell bis zum Abend vor der Eröffnung recherchiert wurden.
Die Welle ist das Meer
Installation in einem Abbruchhaus 2013
Ein leerer Raum in einem Abrissgebäude: Die Wände sind von Spuren der Jahrzehnte gezeichnet, der Boden wellt sich. Von der Decke hängen hunderte Blumen, die langsam verwelken. Zwischen ihnen fährt ein kleines Licht eine endlose Schleife und wirft die sich pulsierend vergrößernden und dann wieder schrumpfenden Schatten an die Wände, während das Rauschen der Anlage wie Wellen ans Ufer schlägt.
La forza del destino
Mobile für den Gmünder Kunstverein 2013
Ein großes Mobile dreht sich langsam – an seinen Armen hängen Schattenrisse ausdurchscheinenden Plexiglas, die auf verschiedenen Ebenen die (vermeintliche) Macht des Schicksals zeigen – Kampfflugzeuge und Soldaten der politischen Schwergewichte dominieren Himmel und Erde, zwischen ihnen Betroffene und Verweise auf das Schicksal. Mit dem Titel wird Bezug genommen auf Giuseppe Verdis Oper, zwischen deren Handlung und der Arbeit entsteht eine sarkastische/zynische Spannung.
Rota fortunae
Installation im Kunstraum Zehntscheuer Münsingen 2012
Das Rad des Lebens fährt im Kreis. In einem dunklen Raum fahren 12 Züge mit 120 Waggons, die Schattenrisse transportieren. Kommen sie an einer Lichtquelle vorbei, werden Bilder an die Wand geworfen, die sich verändern, überschneiden und auslöschen. Der Betrachter bringt, indem er herumgeht, über Bewegungsmelder Züge in Fahrt und sieht aus der Vogelperspektive das Treiben. Sein eigener Schatten greift ein und lässt ihn zum Teil der Installation werden.
Kirschblüten
Tryptichon, April 2011
Die ersten Kirschblüten 2011, abgebrochen
Weite Wege
mit Edding bezeichnete Wand, Kapstadt 2009
Am Ende einer 6-monatigen Reise in den Nahen Osten, nach Südostasien und Zentralafrika, bezeichne ich zwei Nächte die Badezimmerwände des La Rose in Kapstadt mit einem kleinen Teil der Erinnerungen.
Linienfahrten
Kurzfilm (HDV), 12 min, 2008
Musik: Sven Hinz
Ein Film über das Zeichnen. Über Punkt und Linie, über das Entstehen von Strukturen und über die (un)scharfe Sicht, die wir auf das Leben werfen. Mit Textfragmenten von Manuel Thomas, Wassiliy Kandinsky, Horst Janssen, Friedensreich Hundertwasser, Manlio Brusatin, Eugen Gottlob Winkler, George Grosz, Isaak Babel u.a..
Verehrt und vergessen
Projekt für eine Installation im öffentlichen Raum, 2006
mit Katrin Sabath
Was sagen uns Straßennamen heute noch? Ist es möglich, ihre Träger wieder lebendig werden zu lassen und sei es nur für die Dauer eines Musikstückes?
White cube
Kurzfilm, 8 min, 2006
mit Schülern der Erasmus Gymnasiums Amberg.
In einem leeren Raum werden Jugendliche mit einer Frage und einer Kamera eingelassen. Nun haben sie Zeit zu erklären, wovon sie träumen.
Adam
Kurzfilm s/w, 6 min, 2004
In einem Wald mit nummerierten Bäumen werden Texte aus dem Ersten Testament gelesen: Aus einer Zeit, als es noch Riesen gab und die Menschen noch alt wurden.
Der Lauf der Dinge
Film/Projektion auf Kefirplexiplatte, 2004
Nicht immer ist der Lauf der Dinge so komplex wie bei F+W. Blumen werden geschnitten und verwelken, doch sie wachsen wieder und blühen erneut: Natürlich der ewige Kreislauf.
Der geheime Garten
Mixed Media, 2004
In einem Hof entsteht ein Garten; mit dem Wachsen der Pflanzen baut jemand sich eine Hütte. Als alles blüht verschwindet innerhalb von 7 Tagen der Garten und verwandelt sich wieder in einen Hof. Die Blumen und Blüten finden ihren Weg ins Museum und werden in großen Weckgläsern konserviert.
Brain up - show down
Kurzfilm, 15 min, 2003
mit Jantje Egermann
Reportage über die erste Eliteuniversität des Bundes, die als geheimer Testbetrieb in einer ehemaligen Raketenstation in den Neuen Ländern läuft. Über die Notwendigkeit von Disziplin, Kontrolle und Kasteiung.
Bloherfelderstr. 25a)
Kurzfilm s/w, 15 min, 2004
Die leeren Räume eines alten Hauses, das unmittelbar vor dem Abriss steht, dienen als Hintergrund für Interviews mit Freunden über das Eigene, das Fremde, über das Weggehen und Dableiben.
Mut und Mutation
Herr B. erzählt
Verwandlung eines Hauses/ Audioinstallation, 2003
Für drei Tage und drei Nächte wandelt sich ein leeres Haus kurz vor seinem Abriss und erwacht noch einmal zum Leben: Seine sieben Zimmer verwandeln sieben Künstler in nahe und ferne Orte. In jedem Zimmer kann über Kopfhörer gehört werden, wie Herr B., der vor 85 Jahren hier geboren wurde, die Räume und Erlebnisse seiner Kindheit beschreibt. Ausstellung mit Georg Hooss, Ruppe Koselleck, Till Nachtmann, Stefan Silies u.a.
Kochen
Kurzfilm, 9 min, 2003
mit Claudia Ohmert
Wir besuchen Familien und Wohngemeinschaften verschiedener Nationalitäten und dokumentieren die Zubereitung ihres Lieblingsessen. So können es alle anderen nachkochen, ohne eine gemeinsame Sprache zu beherrschen. Anschließend wird alles aufgegessen und getrunken. Bei unserer russischen Gastgebern war das vor allem pfeffriger Wodka..
Das große Buch der Erkenntnis
Installation Schloss Eringerfeld, 2000
Das große Buch der Erkenntnis ist gar nicht so groß; außerdem ist seine Vitrine aufgebrochen und Mehltau legt sich auf die Erde. Nur wenige Lichter dringen durch den Schleier.